Was uns wichtig ist

Es ist ein Missverständnis, wenn ich dir auf deine Frage meine Antwort gebe, und nicht deine. - Elazar Benyotz

Es ist Allgemeinwissen, dass der Tod und das Sterben in unserer Gesellschaft weitgehend tabuisiert werden. Ein Beleg dafür ist die Tatsache, dass Verstorbene möglichst schnell vom Sterbeort - in der Regel ein Krankenhaus oder ein Pflegeheim - in eine Kühlzelle der Friedhofskapelle verbracht werden. Wir wissen aus eigener Erfahrung und aus vielen Gesprächen, daß diese Art des "Abschiednehmens" von den meisten Angehörigen als kalt und unpersönlich empfunden wird.

Das in früheren Zeiten selbstverständliche Aufbahren des Verstorbenen über ein bis zwei Tage im Familienkreis bzw. bis zum Tag der Beerdigung findet aus verschiedensten Günden nur noch selten statt - und allzu oft übertragen Angehörige im ersten Schock der Trauer alle im Todesfall anstehenden Handlungen und Arbeiten einem Bestatter. Sie muten sich damit eine nurmehr passive Rolle in diesen wichtigen Tagen des Abschieds zu und tragen damit gewollt oder eher ungewollt zum Verlust einer Verabschiedungskultur bei, wie sie lange Zeit bei uns selbstverständlich war.

Wir dagegen möchten ein wenig dazu beitragen, eine in früheren Jahrzehnten und Jahrhunderten als hilfreich erlebte Trauer- und Bestattungskultur neu zu beleben. Selbstverständlich können dabei moderne und individuelle Formen der Bestattung in diesen Rahmen eingebettet sein.

Wir möchten Angehörige ermutigen und Ihnen helfen, die Zeit zwischen Tod und Beerdigung hilfreich zur Trauerbewältigung zu nutzen; auch, indem wir Ihnen Raum und Zeit zur Verabschiedung schaffen. Wir ermutigen dazu, diese wichtigen Tage zwischen Tod und Begräbnis aktiv zu nutzen und unterstützen ausdrücklich eine Aufbahrung zu Hause.
Falls dies nicht möglich ist, bieten wir eine angemessene Alternative in unserem Bestattungshaus am Alten Hof.
In jeder Phase des Abschieds können Sie sich beteiligen und diese gestalten oder mitgestalten. Wir helfen Ihnen, das zu tun, was Ihnen am Herzen liegt, und wir nehmen Ihnen alles ab, was Sie nicht selbst tun wollen oder können.

"Die Individualität eines jeden Menschen begründet den Anspruch auf eine individuelle, seine besondere Persönlichkeit in den Mittelpunkt stellende Bestattung" (Verband Deutscher Bestattungsunternehmen). Wir haben erfahren, wie tröstend es für Angehörige ist, Aufbahrung, Beisetzung und Trauerfeier nach eigenen Wünschen der Familienmitglieder sowie nach bekannten Wünschen der Verstorbenen zu gestalten. Wem es möglich ist, wird sicher gerne die eine oder andere Handreichung bei der Versorgung des Verstorbenen übernehmen. In aller Regel wird dieser Einsatz als überraschende Erfahrung der eigenen Trauerbewältigung erlebt.

Wir helfen Ihnen gerne, Ihre eigenen Empfindungen und Gedanken zur Bestattung des Verstorbenen zu formulieren und mit uns gemeinsam umzusetzen.

Holzskulptur Selbstverständlich stehen wir allen, auch bislang ungewohnten Formen der Bestattung offen. "Überstürzte Fehlentscheidungen zwischen Tod und Beisetzung können nie mehr korrigiert werden. Deshalb wird der Bestatter von morgen der Berater sein. Weniger darüber, ob der Sarg nun aus Mahagoni oder Kiefer sein soll. Sondern darüber, welche Rituale der Einzelne braucht, um sich verabschieden zu können - in einer Gesellschaft, die angeblich das Trauern verlernt hat" (Deutschlandfunk 2005). Deshalb besprechen wir mit Ihnen, welche Art der Bestattung für Ihren Verstorbenen in Frage kommt, wie Sie Ihre Trauerfeier gestalten, was Sie eventuell selbst tun wollen, welche Trauerrituale für Sie hilfreich sind. Im Bedarfsfall stehen wir Ihnen auch als Trauerredner zur Verfügung.

Wir hoffen, dass es Ihnen und uns gelingt, in dieser aktiven Auseinandersetzung dazu beizutragen, dass Sterben und Trauer, Tod und Bestattung wieder als selbstverständlicher Teil unseres Lebens wahrgenommen werden.

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